Abschluss in der Tasche – und dann?
Grenzgänger

Abschluss in der Tasche – und dann?

Eure Berufsperspektiven in (grenzüberschreitend tätigen) deutschen und niederländischen Organisationen:

  • Journalismus
  • Marketing, Public Relations, Unternehmenskommunikation
  • Politik- / Unternehmensberatung
  • Kulturorganisationen
  • europäische Einrichtungen
  • wissenschaftliche Forschung
  • Parteien, Parlamente und Regierungen
  • Verlage, Bibliotheken und Übersetzerbüros
  • Tourismusbüros
  • Wirtschaftsunternehmen

Ihr möchtet wissen, was unsere Absolventen heute beruflich machen? Wie ihnen ihr Studium und die Zeit im Ausland gefallen hat?

Wir haben sie für euch im ersten Jahr nach ihrem Abschluss danach gefragt!

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  • Wirtschaftsunternehmen
  • Thomas Boom
    Thomas Boom

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den Doppeldiplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Politikwissenschaften studiert und diesen im April 2007 mit meiner Diplomarbeit zum Thema „Demokratische Erneuerungen in den Niederlanden“ abgeschlossen.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Heute arbeite ich als Consultant bei Meines & Partners, einem niederländischen Büro für Politikberatung, Lobbying und Public Affairs in Den Haag. Wir bewegen uns in dem spannenden Feld zwischen Wirtschaft und Politik und sind sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland für Auftraggeber aus dem privaten und öffentlichen Sektor tätig. Mein Arbeitsschwerpunkt konzentriert sich hierbei - passend zu meinem Studium – auf den grenzüberschreitenden Bereich und dabei in erster Linie auf die Themen Infrastruktur und Energie im deutsch-niederländischen Umfeld. Möchte beispielsweise ein niederländisches Unternehmen in Deutschland oder eine deutsche Organisation in den Niederlanden seine Interessen beim Staat bzw. in der Politik vertreten wissen, beraten und begleiten wir sie dabei.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach ihrem Abschluss gestaltet?

    Ich hatte Glück und musste nach meinem Studienabschluss gar nicht nach einer Stelle suchen. Bereits während meines Studiums habe ich mich politikwissenschaftlich orientiert. Mein Interesse in diesem Bereich verstärkte sich nach einem Praktikum im Referat Benelux-Kooperationen bei der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen zusätzlich. Ende 2006 bot mir dann eine ehemalige Kollegin am Zentrum für Niederlande-Studien ein Praktikum bei Meines & Partners in Den Haag an. Damals ahnte ich noch nicht, dass mir dieser Praktikumsgeber nach meinem Studienabschluss im Frühjahr 2007 eine feste Anstellung anbieten würde. Rückblickend hätte der Übergang in das Berufsleben für mich also gar nicht fließender verlaufen können.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Wenn mir nach meinem Abschluss nicht sofort eine feste Anstellung angeboten worden wäre, hätte ich auch über die Möglichkeit nachgedacht über die in den Niederlanden viel üblichere Zeit- und Leiharbeit in einen festen Beruf zu finden. In den Niederlanden gibt es zahlreiche Zeitarbeitsfirmen, die über ein großes Netzwerk verfügen und zu deren Auftraggebern kleine, mittelständische und große Unternehmen gehören. Beispiele für entsprechende Leih- und Zeitarbeitsfirmen sind: Randstad, Adecco, Tempo Team und USG. Diese Unternehmen haben in der Regel sogar extra auf Hochschulabsolventen spezialisierte Fachabteilungen. Über eine Zeit- oder Leiharbeitsfirma kann man dann die Chance nutzen, um sich bei einer Firma zu der man entsandt wurde, zu profilieren. Im Idealfall mündet dies dann in einer Festanstallung. Außerdem kann ich empfehlen sich einmal bei Undutchables umzuschauen. Diese Internetplattform richtet sich speziell an ausländisches, vor allem zweisprachiges Personal, das von niederländischen Firmen gesucht wird.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Nach dem Studium habe ich sehr schnell gemerkt, dass es im Berufsleben überaus wichtig ist punktgenau und bedarfsorientiert zu denken und zu schreiben. Gerade bei beratenden Tätigkeiten, die ja viele Absolventen der Niederlande-Deutschland-Studien ausführen, ist es von besonderer Bedeutung, sich kurz und problemorientiert auszudrücken - und das natürlich in beiden Sprachen. Viele Kunden oder Geschäftspartner haben nicht viel Zeit und möchten möglichst schnell und umfassend informiert werden. Besonders am Anfang meiner Berufstätigkeit stellte das eine größere Herausforderung für mich dar. Deshalb kann ich rückblickend nur raten, dass die Studierenden sich schon während ihrer Zeit an der Universität mit dieser Thematik auseinandersetzen und unter Umständen zusätzliche Seminare zu diesem Thema belegen.

  • Raimon Reuter
    Raimon Reuter

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den Master-Studiengang Niederlande- Deutschland-Studien absolviert. Zuvor habe ich Geschichte an der Radboud Universiteit Nijmegen und der Universität Wien studiert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Der Master ist binational und interdisziplinär, was mich sehr ansprach. Die vielen kleinen und größeren politischen und vor allem kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden, die ich während meines Geschichtsstudiums in Nimwegen selbst erlebt habe, konnte ich in diesem Studiengang näher untersuchen. Außerdem fand ich die Studienbedingungen im Haus der Niederlande sehr attraktiv. Nach dem Abitur entschied ich mich wegen besserer Studienbedingungen für ein Studium in den Niederlanden. Aber die kleinen Arbeitsgruppen und die allgemeine ‚studienpolitische’ Grundausrichtung  im Zentrum für Niederlande-Studien sehe ich ohne Zweifel auf demselben Niveau und halte sie für führend in Deutschland.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich arbeite bei Meines & Partners, einem Unternehmen für Lobbying und Public Affairs. Wir vertreten Interessen verschiedener Auftraggeber aus dem privaten und öffentlichen Sektor bei der Politik in Den Haag, Berlin und in den verschiedenen Bundesländern.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Genaugenommen musste ich nach meinem Abschluss nicht suchen. Mein Pflichtpraktikum während des Masters habe ich bei der nordrhein-westfälischen Landesvertretung beim Bund in Berlin absolviert. Ich stellte fest, dass ich nach dem Studium auf dem Feld der grenzüberschreitenden Politik, Politikberatung bzw. Interessensvertretung arbeiten wollte. Schnell stieβ ich dabei auf Meines & Partners, die führend auf diesem Gebiet sind. Anfang 2012 absolvierte ich dort ein halbjähriges freiwilliges Praktikum. Dieses Praktikum ging über in eine Stelle als Trainee. In dieser Zeit schrieb zudem meine Masterarbeit. Ab dem Sommer 2013 werde ich als Junior Consultant für Meines & Partners tätig sein.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Eine Hilfe bei der Suche eines Praktikumsplatzes ist die offizielle Liste mit Praktikumspartnern des Zentrums für Niederlande-Studien. Man sollte sich allerdings keineswegs nur darauf verlassen, sondern sie mehr als Mittel zur Richtungsfindung sehen, wenn man noch kein genaues Ziel vor Augen hat. Außerdem bietet das Zentrum viele Möglichkeiten, wenn man einfach fragt, wer schon wo war und welche Kontakte es bereits gibt. Und wenn man schon genau weiß, in welchen Bereich man möchte, kann man auch einfach selbst im Internet recherchieren. Man sollte frühzeitig Eigeninitiative zeigen und nicht davor zurückschrecken, Unternehmen direkt zu kontaktieren.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Meiner Meinung nach gibt es keine allgemein gültige Liste mit Fähigkeiten und Kompetenzen, die man haben sollte bzw. muss. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Masters bietet im Zusammenspiel mit dem Praktikum jedoch die Möglichkeit, sich auf verschiedenen Feldern zu testen und zu entwickeln. Es gibt allerdings keinen festen Plan A oder B. Jeder hat andere Talente und Vorstellungen und muss vor allem seinen eigenen Weg finden! 

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Ganz wichtig ist, dass man sich im Klaren darüber ist, wohin man will. Dann gilt es möglichst schnell  selbst aktiv zu werden. In der heutigen Arbeitswelt muss man ein klares Ziel vor Augen haben und sich spezialisieren, um Erfolg zu haben. Je eher man weiß, was man will, desto eher kann man Kontakte knüpfen und Eigeninitiative zeigen.
    Wenn man sich, wie viele wahrscheinlich, zu Beginn des Studiums noch nicht sicher ist, wo man später einmal arbeiten möchte, sollte man auf jeden Fall jede Chance aktiv nutzen sich auszuprobieren, durch das Pflichtpraktikum, aber auch durch andere freiwillige Praktika und Jobs. Auch wenn einem mal etwas nicht gelingt oder nicht gefällt, ist das eine Hilfe bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt.

  • Ulli Schmäing
    Ulli Schmäing

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    In den Jahren 2001 bis 2008 habe ich den Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Kommunikationswissenschaften studiert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Meine Studienwahl hatte vor allem zwei zentrale Gründe: Zum einen hat mich die Interdisziplinarität der Niederlande-Deutschland-Studien angesprochen, da sich gerade durch die Vielseitigkeit des Fachs unglaublich vielseitige Berufsmöglichkeiten auf beiden Seiten der Grenze ergeben. Zum anderen habe ich seit jeher ein großes Interesse für unser kleines Nachbarland, sodass ich es als spannend empfand, mich während meines Studiums intensiv mit der niederländischen Sprache, Kultur, Geschichte und Wirtschaft auseinanderzusetzen.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich bin in der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen als persönlicher Referent des Hauptgeschäftsführers tätig.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    So simpel es auch klingen mag, aber nach meinem Abschluss habe ich mich in Ruhe hingesetzt, über meine Wünsche, Stärken und Kompetenzen nachgedacht und mich dann initiativ bei  jeder Institution beworben, die interessant für mich war.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Das Zentrum für Niederlande-Studien hat gute Kontakte zu den Handelskammern (sowohl zur deutsch-niederländischen Handelskammer in Den Haag, als auch zur Münsteraner IHK oder anderen grenznahen IHKs in Osnabrück, Krefeld oder  Aachen). Die Studierenden sollten versuchen von diesen Kontakten zu profitieren, indem sie die Dozenten direkt ansprechen oder zum Beispiel auf Aushänge im Zentrum achten, mit welchen die Handelskammern u.a. nach Praktikanten suchen.

    Aus meiner Sicht ebenfalls zu empfehlen, ist das wöchentlich erscheinende Arbeitsmarktheft vom Wissenschaftsladen Bonn e.V. mit zahlreichen Informationen über arbeitsmarktrelevante Themen. Auf der Internetseite des Wissenschaftsladens kann ein kostenloses Probeexemplar der Zeitung bestellt werden.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Meiner Meinung nach sind folgende Eigenschaften wichtig: Eine klare, deutliche und verständliche Ausdruckweise, sowohl schriftlich wie auch im Gespräch oder im Vortrag. In wenigen Worten müssen komplizierte Zusammenhänge erläutert werden können – d.h. die Studierenden sollten ihre Auffassungsgabe trainieren und zum Beispiel an Rhetorikseminaren teilnehmen. Auch Organisationsgeschick ist eine relevante Eigenschaft, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist. Die Zeit sinnvoll einzuteilen, verschiedene Aufgaben zu koordinieren oder Arbeitstreffen mit mehreren Teilnehmern zu organisieren, könnten die Studierenden üben, indem sie bewusst bestimmte Situationen suchen oder Aufgaben übernehmen, wie etwa das Leiten einer Referatsgruppe.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Es ist ganz wichtig, nicht nur den offen zugänglichen Arbeitsmarkt zu betrachten, sondern zu schauen, welche Organisation oder Institution, welches Institut oder Unternehmen interessant für euch ist. Kann ich mich mit den Zielen, dem Zweck oder den Produkten identifizieren? Nur wer diese Frage mit „ja“ beantworten kann, ist motiviert und kann sich Herausforderungen und Verantwortung stellen. Ganz egal, ob dort eine Stelle ausgeschrieben ist oder nicht.  Außerdem solltet ihr immer daran denken, dass die erste Stelle nicht die Beste oder Perfekte sein muss. (Unabhängig davon, dass es die nie geben wird.)  Wichtig ist der berühmte Fuß in der Tür, ein paar Erfahrungen zu sammeln, Verantwortung zu übernehmen. Genau deshalb solltet ihr möglichst früh selbst aktiv werden und Praktika machen! Vergesst daneben aber nicht, das Studentenleben auch zu genießen…

  • Miriam Thon
    Miriam Thon

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den binationalen Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Kommunikationswissenschaften in Münster und Nijmegen studiert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Der Studiengang hat mich besonders interessiert, da er fächerübergreifend ist und ich durch das Studium eine weitere Fremdsprache erlernen konnte. Die Möglichkeit, ein Jahr im Ausland zu studieren, hat mich außerdem gereizt und der binationale Abschluss ist meiner Meinung nach ein weiterer großer Vorteil.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich arbeite als Vertriebsassistentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im GOP Varieté-Theater Münster. Neben dem Aufbau und der Pflege von Pressekontakten sowie der Homepage-Betreuung bin ich auch dafür verantwortlich, die Niederländer im Grenzgebiet für das GOP zu begeistern und kann so meine Sprach- und Kulturkenntnisse immer wieder einbringen.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Nach dem Studienabschluss habe ich zunächst einige Monate als wissenschaftliche Hilfskraft am Zentrum für Niederlande-Studien gearbeitet und mich danach auf Stellenangebote sowie initiativ beworben.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Sicherlich ist es wichtig, schon während des Studiums Einblicke in verschiedene Berufsfelder, z. B. durch Praktika und Nebenjobs, zu bekommen und sich kleine Netzwerke aufzubauen. Diese Kontakte sollte man gut pflegen, sie können sich nach dem Studium als hilfreich erweisen. Das Stellenmagazin vom WiLa Bonn hat mir zudem geholfen, geeignete Stellenangebote zu finden.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Die schon erwähnten praktischen Erfahrungen sind neben dem Studium besonders wichtig, gute EDV-Kenntnisse ebenfalls. Flüssig Niederländisch sprechen zu können, ist ebenfalls ein großer Vorteil auf dem Arbeitsmarkt.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Sich nicht von Absagen entmutigen lassen und ruhig auch ungewohnte Wege gehen!

  • Linda Wagner
    Linda Wagner

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe zuerst den 2-Fach-Bachelor-Studiengang Niederlande-Deutschland-Studien und Niederlandisitik und danach den Master-Studiengang Niederlande-Deutschland-Studien absolviert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Das Fach Niederlande-Deutschland-Studien ist sehr vielseitig und bietet einem die Möglichkeit, beide Länder in den verschiedensten Bereichen (Geschichte, Kultur, Politik, Wirtschaft) näher zu untersuchen. Zudem habe ich bereits in der Schulzeit meine Vorliebe für die niederländische Sprache entdeckt und der Studiengang gab mir die Möglichkeit, meine bereits erworbenen Sprachkenntnisse zu perfektionieren.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich arbeite bei der KERN AG als Projektmanagerin. Die KERN AG ist ein Sprachendienstleister und als Projektmanagerin ist es meine Aufgabe, die Sprachaufträge zu betreuen, von der Angebotserstellung über die Auftragsbearbeitung bis hin zur Rechnungsstellung. 

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Ich habe auf den bekannten deutschen und niederländischen Stellenportalen gesucht, wie „stepstone“ und „monster“, aber auch gezielt bei Portalen geschaut, die sich auf Stellen im deutsch-niederländischen Raum spezialisiert haben, wie beispielsweise die deutsch-niederländische Handelskammer oder die Euregio-Stellenbörse.  Gleichzeitig habe ich jedoch auch einfach via Google nach Unternehmen gesucht, die mit den Niederlanden zu tun haben bzw. Niederländisch sprechendes Personal suchen.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Ich habe mich beispielsweise an die deutsch-niederländische Handelskammer gewandt, die gerne meine Bewerbungsunterlagen entgegen genommen hat und sich bei mir melden will, sollte es passende Stellen geben. Zudem sollte man den Kontakt zu vorherigen Arbeitgebern aus Praktika oder dergleichen pflegen und sich beispielsweise über Portale wie „xing“ oder „linkedin“ mit ihnen vernetzen. Manchmal ergeben sich daraus auch weitere Ansprechpartner, die bei der Jobsuche hilfreich sein können.

    Zudem kann es auch von Vorteil sein, wenn man seinen Lebenslauf etc. bei sämtlichen Jobportalen in den Niederlanden und Deutschland einstellt. Ich wurde bereits zweimal von Headhuntern kontaktiert, die mir Stellen angeboten haben.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Ich habe bei der Jobsuche gemerkt, dass Englisch nach wie vor die Sprache Nummer 1 ist und von sämtlichen Arbeitgebern auf hohem Niveau (verhandlungssichere Englischkenntnisse) gefordert wird. Daher empfehle ich jedem, möglichst während des Studiums nicht nur sein Niederländisch zu perfektionieren, sondern auch sein Englisch nicht zu vernachlässigen.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Insgesamt sollte man nicht zu hohe Erwartungen an die Jobauswahl nach dem Studium stellen. Es ist sehr schwierig, direkt eine feste Stelle zu bekommen, und man sollte sich bewusst sein, dass nicht gleich der Top-Arbeitsplatz auf einen wartet. Viele Arbeitgeber erwarten jahrelange Berufserfahrung, die man als Studienabsolvent nicht vorweisen kann. Daher muss man sich langsam hocharbeiten, um die nötigen Kenntnisse zu erwerben und sich beruflich weiterzuentwickeln.

  • Frederic Arntz
    Frederic Arntz

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Geschichte studiert. Im Frühjahr 2010 habe ich meine Abschlussarbeit mit dem Titel „Endstation Niederlande. Eine Untersuchung zur Integration der Molukker in den 1950er Jahren“ geschrieben, die inzwischen auch in Buchform im Waxmann-Verlag erschienen ist.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Im Anschluss an mein Diplomstudium begann ich ein Promotionsstudium und arbeitete zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universitäts- und Landesbibliothek in Münster, wo ich am Aufbau der Virtuellen Fachbibliothek Benelux beteiligt war. Von Ende 2011 bis Ende 2014 war ich bei einem unabhängigen Ökostrom- und Biogas-Anbieter in Düsseldorf tätig. Bei der NATURSTROM AG habe ich im Bereich Online-Marketing gearbeitet und war neben der inhaltlichen und konzeptionellen Pflege der Firmenwebsite und der Betreuung der Social Media-Kanäle der NATURSTROM AG für das Affiliate-Marketing und das Suchmaschinenmarketing verantwortlich. Aktuell arbeite ich bei einer 100%igen Tochter der Galeria Kaufhof im Bereich eCommerce: Bei der Sportarena GmbH. Dort baue ich seit Oktober 2014 den Bereich Online-Marketing mit den Disziplinen Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinemarketing (SEA) und Affiliate-Marketing auf.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Zunächst einmal habe ich mich relativ klassisch auf verschiedenste Stellen beworben, die ich in Online-Stellenbörsen oder lokalen Zeitungen ausfindig machen konnte. Meinen eigentlich größten Wunsch - nämlich zu promovieren – hatte ich aber immer im Hinterkopf. Als sich die Chance zum Promovieren dann ergab, wusste ich, dass dies mein nächstes Projekt wird. Allerdings war mir von vornherein bewusst, dass eine Promotion nur dann möglich sein wird, wenn ich nebenbei arbeite, um mich zu finanzieren.
    Auf meinen jetzigen Arbeitgeber bin ich in der Zeitschrift arbeitsmarkt des Wissenschaftsladen Bonn e.V. aufmerksam geworden. Diesen Informationsdienst kann ich allen Absolventen der Geisteswissenschaften sehr empfehlen. Nicht nur die bundesweiten Stellenangebote aus den Bereichen Bildung, Kultur und Sozialwesen, sondern vor allem die interessanten Artikel und Reportagen über die Themen Bewerbung und Arbeitsmarktentwicklung machen diese wöchentliche Zeitschrift unverzichtbar bei der Jobsuche. 

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Beim Thema Berufseinstieg fällt mir als erstes der Begriff „Networking“ ein. Das heißt, einmal gewonnene Kontakte zu Praktikumsgebern, Wissenschaftlern oder auch anderen Studierenden sollten in jedem Fall gepflegt werden. Viele Möglichkeiten ergeben sich gestern wie heute über soziale Netzwerke und „Vitamin B“. Davon abgesehen kann ich die Euregios als Anlaufstelle empfehlen. Bei der EURES Rhein Waddenzee können sich zum Beispiel alle, die in den Niederlanden arbeiten möchten, über aktuelle Stellenangebote informieren oder in Sachen Arbeitsrecht, Löhne, Steuern und Versicherungen von Experten beraten lassen.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Meiner Meinung nach sind vor allem zwei Aspekte bereits während des Studiums besonders wichtig, werden von vielen aber gehörig unterschätzt. Zum einen sollten Studierende so viele Praktika wie möglich machen – unbedingt auch über die Pflichtpraktika hinaus. Dies macht sich nicht nur im Lebenslauf gut, sondern zeigt den Studierenden auch, was alles in ihnen steckt. Praktische Erfahrungen sind daher sowohl für die berufliche Zukunft, als auch für das Selbstbewusstsein unglaublich wertvoll. Zum anderen sollte man sich frühstmöglich mit dem Bewerbungsverfahren in beiden Ländern auseinandersetzen, denn die Unterschiede in Deutschland und den Niederlanden sind gerade auch in diesem Bereich signifikant. Ein Gefühl hierfür zu entwickeln – etwa durch die Veranstaltungen am Zentrum für Niederlande-Studien oder die entsprechenden Seiten des Online-Projektes „Studium und Beruf“ – kann den Einstieg in das Berufsleben bedeutend erleichtern.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Ganz wichtig: Besucht die Veranstaltungen, die regelmäßig vom Zentrum angeboten werden. Wissenschaftler, Vertreter verschiedenster Institutionen, potenzielle Praktikumsgeber und auch Impulse für eure eigenen Arbeiten werden euch hier auf dem Silbertablett serviert. Nutzt deshalb die Chance, euch auch in diesem Rahmen fachlich weiterzubilden und gleichzeitig Networking zu betreiben.

  • Ursula Weber
    Ursula Weber

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Literatur und Kultur absolviert.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich arbeite als PR-Beraterin und Redakteurin bei der deutsch-niederländischen Medienagentur Mediamixx in Kleve und leite dort unsere PR-Abteilung mit fünf Mitarbeitern.
    Mediamixx ist seit 16 Jahren im Bereich grenzüberschreitende (Medien-)Kommunikation tätig und besteht mittlerweile aus fünf Abteilungen – allesamt grenzüberschreitend ausgerichtet: PR, Übersetzung, DTP, Event sowie Redaktion für jährlich über 60 Fachmagazine und Zeitungen in drei Sprachen.

    Mein Beratungsschwerpunkt liegt vor allem im kulturtouristischen Bereich. Ich organisiere und begleite Pressereisen, schreibe Broschüren, Texte für Internetauftritte, Newsletter und Pressemitteilungen. Ich strukturiere und fülle so die gesamte öffentliche Darstellung im Nachbarland. Auch Event-PR nimmt einen immer höheren Stellenwert ein – und stellt eine besondere Herausforderung dar, bietet aber auch zahlreiche Spaßfaktoren. Je nach Bedarf springe ich als Redakteurin bei Reisereportagen oder auf Messen ein. Zudem übernehme ich, wann immer das möglich ist, die Übersetzungen meiner PR-Kunden – das spart Zeit und macht Sinn, denn ich bleibe auf dem Laufenden und schaffe eine einheitliche Sprache. Zu meinen Kunden zählen Deutsche wie Niederländer, darunter Städte, Euregio-Projekte, Provinzen, Freizeitparks und viele mehr.

    Der Job, den ich mache, fordert ein hohes Maß an Kommunikativität, ein gutes Fingerspitzengefühl in der Vermittlung zwischen Kundenwunsch und Medieninteresse sowie jede Menge Flexibilität.

    Aber er belohnt dafür: Er ist ungewöhnlich vielseitig und so gut wie nie langweilig.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Ich wusste immer, dass ich gerne schreibe, aber auch mit Menschen zu tun haben möchte. Um aber auch einen Einblick in den Redaktionsalltag, das Schreiben von Presseberichten und Pressearbeit im Allgemeinen zu bekommen, wollte ich nach dem Studium zunächst durch ein PR-Volontariat (und nicht durch ein weiteres Praktikum) Erfahrungen sammeln. Deshalb habe ich nach grenzüberschreitend tätigen Unternehmen mit eigenen Pressestellen Ausschau gehalten. Ich habe recherchiert, wer bei Unternehmen ohne Pressestelle die Öffentlichkeitsarbeit betreut, und mich dann initiativ beworben. Dabei war es besonders wichtig, dass ich absolut flexibel in der Wahl des Wohnortes war – auch wenn das erfahrungsgemäß nicht immer leicht fällt. 

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Sehr empfehlenswert ist der Wissenschaftsladen Bonn e.V., der im Zweiwochenturnus sämtliche Stellenanzeigen aus deutschen Tageszeitungen nach Themenschwerpunkten publiziert, aber auch Bewerbungstipps, aktuelle Arbeitsmarkttrends und Hintergrundberichte aufgreift. Daneben ist meiner Meinung nach das so genannte „netwerken“ für die Stellensuche essentiell: Für meinen Jahrgang war das noch nicht so gut möglich, wie es das heute ist. Aber ich kann nur empfehlen, Kontakte zu Absolventen und ehemaligen Kommilitonen zu nutzen. Auch andere Netzwerke wie z.B. der deutsch-niederländische Businessclubs in Kleve können hilfreich sein. Und Mediamixx selbst ist es auch gerne: Als Arbeitgeber von fünf Absolventen Niederlande-Deutschland-Studien arbeiten wir mit vielen verschiedenen Vereinen, Institutionen sowie Projektpartnern, die – ebenso wie unsere Kunden – grenzüberschreitend aktiv sind. Wir verfügen damit über einen großen Pool an Businesskontakten im deutsch-niederländischen Bereich und schauen auf Anfrage gerne, ob und was wir tun können.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Wichtig sind wie immer Sprachkompetenz (auch Englisch), eine Vorstellung davon, wo man hin möchte, und ein selbstbewusstes Eigenmarketing. Letzteres klingt zwar furchtbar unsympathisch und fällt wohl nie schwerer als grade im Bewerbungsgespräch, aber zu wissen, was man will und kann, hilft enorm. Ein klares Profil, das Studienschwerpunkte, Praktika und Nebenjobs untermauern, ist bei einem Studiengang, der so viele Berufswege eröffnet, ein zusätzliches Plus.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Entwickeln Sie eine Leidenschaft! Diesen Studiengang zu absolvieren, bietet eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Die Frage, was Sie wirklich ein Leben lang tun möchten, ist die wichtigste, die Sie nach Ihrem Studium beantworten werden. Sorge oder Angst vor dem, was einen dann erwartet, sind völlig normal – aber es sind schlechte Ratgeber. Begeben Sie sich lieber auf die Suche nach dem, was Sie inhaltlich und in all seinen Herausforderungen begeistern kann.

  • Jana Hallek
    Jana Hallek

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Bis Ende September 2008 habe ich Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Kommunikations-wissenschaften studiert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Mit 16 Jahren fing meine Begeisterung für die Niederlande an. Ich war mir von da an sicher, dass ich auch dort studieren möchte. Auf der Internetseite der Universität Münster bin ich dann auf das Studienangebot des Zentrums für Niederlande-Studien gestoßen. Mein persönliches Interesse, die interdisziplinäre Struktur und der Auslandsaufenthalt in Nimwegen waren ausschlaggebend für meine Entscheidung, mich in diesen Studiengang einzuschreiben. 

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Heute bin ich Marketingmanagerin bei der ILGE Abonnement Service GmbH in Düsseldorf und dort für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig. Wir verwalten Zeitschriften für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken in ganz Deutschland und sind deren Ansprechpartner, wenn es um internationale Kontakte in die Verlagswelt geht.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Ich habe relativ früh angefangen, mich zu bewerben, damit ich genügend Zeit habe, das Richtige für mich zu finden. Da ich gerne in Münster bleiben wollte, habe ich zunächst telefonisch Kontakt zu zahlreichen Marketingabteilungen in der näheren Umgebung aufgenommen und auch in den einschlägigen Zeitungen sowie bei „Monster“ nach Stellenanzeigen gesucht. Leider war diese Strategie gar nicht erfolgreich. 
    In einem zufälligen Gespräch mit Herrn Geeraedts, dem Geschäftsführer des Zentrums für Niederlande-Studien, erzählte ich von meiner Enttäuschung,  woraufhin er mir eine interessante Stellenanzeige der DNHK in die Hand drückte. Die Handelskammer suchte für meinen jetzigen Arbeitgeber nach einem Marketing-manager mit niederländisches Sprach- und Landeskenntnissen. Ich habe ich mich sofort beworben und dann ging alles ganz schnell… Heute bin ich sehr glücklich mit meiner Arbeit!

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Nach meinen Erfahrungen kann ich wirklich raten, den Kontakt zu Professoren und Dozenten des ZNS aufrechtzuerhalten und immer wieder nachzufragen, ob es Anfragen potentieller Arbeitgeber gibt. Abgesehen davon ist es in meinen Augen sinnvoll seine individuellen Suchkriterien (beispielsweise Branche und gewünschter Ort) bei Monster abzuspeichern und sich auf diese Weise täglich aktuelle und passende Stellenanzeigen per E-Mail zusenden zu lassen. Auch die Möglichkeit dort mit einem eigenen Profil für sich zu werben, sollte man nutzen. 

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Die Absolventen sollten sich möglichst schnell spezialisieren und durch Praktika in Erfahrung bringen, wo ihre individuellen Interessen und Stärken liegen. Außerdem ist es wichtig, Niederländisch nicht nur theoretisch zu lernen, sondern den Mut zu haben, es regelmäßig – an der Universität oder auch bei Ausflügen in die Niederlande - aktiv zu sprechen.

    Und noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Bewerben Sie sich rechtzeitig und warten Sie nicht erst auf Ihr Abschlusszeugnis. Gerade bei niederländischen Unternehmen ist vor allem der Lebenslauf entscheidend, Zeugnisse können ohne Probleme nachgereicht werden. Verkaufen Sie sich außerdem nicht unter Wert und streben Sie an, eine Stelle zu haben, die Ihren Qualifikationen und Neigungen entspricht! Für all diejenigen, die in den Niederlanden arbeiten möchten, kann ich darüber hinaus das Buch „Beruflich in den Niederlanden. Trainingsprogramm für Manager, Fach- und Führungskräfte“ von Ute Schürings, Boris Schlizio und Alexander Thomas empfehlen. Das ist spannend geschrieben und man lernt noch etwas dabei.

  • Katrin Wißen
    Katrin Wißen

    „Was studierst du?, Und was kann man damit machen?“, lauten wohl die häufigsten Fragen, die mir während meines Studiums der Niederlande-Deutschland-Studien (Diplom, Schwerpunkt Kommunikationswissenschaften) gestellt wurden. Die Antwort ist schlicht und einfach: Eine ganze Menge.

    Inzwischen vertrete ich als Leiterin des Bereichs "Public Affairs" die Interessen von TNT Post Deutschland bei der Politik, auf Bundes- und Landesebene. TNT Post ist aus der ehemaligen staatlichen Post in den Niederlanden hervorgegangen und Teil des weltweit aktiven Brief- und Expresskonzerns TNT N.V. mit Hauptsitz in den Niederlanden. Tagtäglich genieße ich die Kombination aus deutscher und niederländischer Unternehmenskultur samt sprachlicher Vielfalt, unterschiedlichen Mentalitäten und geographischer Nähe.

    Nach dem Studienabschluss in 2003 bin ich zunächst zweigleisig gefahren. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Niederlande-Studien habe ich das Onlineinformationsportal NiederlandeNet aufgebaut und redaktionell geleitet, gleichzeitig bin ich in den Bereich Lobbying und Public Affairs bei der Beratungsfirma Meines & Partners in Den Haag eingestiegen. Schnell war klar, dass es einen großen Bedarf an politisch-strategischer Beratung für niederländische Unternehmen gibt, die in Deutschland aktiv sind und umgekehrt. So habe ich dann auch die Deutschland-Aktivitäten des Unternehmens zuletzt als Senior Consultant und Mitglied im Management verantwortet und Unternehmen aus den Bereichen Energie, Infrastruktur und Logistik beraten. Beispiele sind der niederländische Gasinfrastrukturbetreiber Gasunie und der Rotterdamer Hafen. Zudem habe ich non-profit viele Jahre mit großer Freude einen Austausch für deutsche und niederländische Journalisten im Auftrag der Außenministerien beider Länder organisiert. 

    Für mich hat der Studiengang Niederlande-Deutschland-Studien optimale Voraussetzungen für meine berufliche Laufbahn geschaffen. Das Studium ist für mich zum idealen Ausgangspunkt geworden, meine Interessen an Medien, Sprache, Kultur und dem aktuellen politisch wirtschaftlichen Tagesgeschehen beider Länder zu vertiefen und in der Praxis anzuwenden. Dem Zentrum für Niederlande-Studien bin ich als Doktorandin weiterhin sehr verbunden.

  • Felix Siedhoff
    Felix Siedhoff

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich bin Absolvent des Diplomstudienganges Niederlande-Deutschland Studien.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?
    Ganz besonders sprach mich der Facettenreichtum des Studienganges an. Die interdisziplinäre Ausrichtung ermöglicht Studenten das Eintauchen in verschiedene wissenschaftliche Fachrichtungen, wie Politik, Geschichte, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaft etc. Dass das Studium auf einem Niederlande-Deutschland Vergleich basiert und die niederländische Sprache obendrein gelehrt wird, fand ich natürlich sehr attraktiv. Schließlich eröffnet sich einem damit durch die enge wirtschaftliche Beziehung zwischen den Niederlanden und Deutschland ein attraktiver Arbeitsmarkt.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich bin Mitarbeiter der border concepts GmbH. Dies ist ein international ausgerichtetes Unternehmen, welches Hochschulen in ihrem Marketing und ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, auf strategischer und operativer Ebene. Als Account Manager umfasst mein Aufgabenbereich das Begleiten und Beraten von hauptsächlich niederländischen Hochschulen hinsichtlich ihres Marketings auf dem deutschen Bildungsmarkt.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Mein Studium habe ich mit dem Schwerpunkt Kommunikationswissenschaften abgeschlossen. Durch Praktika hatte ich bereits einen gewissen Schwerpunkt im Bereich Marketing und Kommunikation. Vorzugsweise wollte ich diesen Weg weiter beschreiten. Nach meinem Abschluss habe ich mich dann gezielt auf ausgeschriebene Stellen, die mein Interesse weckten, beworben. Eine von diesen war der Job bei der border concepts GmbH.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Ich habe mich hauptsächlich auf attraktive Stellenausschreibungen konzentriert und diese online recherchiert. Hilfreich bei schon klaren Vorstellungen sind natürlich Suchmaschinen, ebenso können jedoch Jobbörsen wie Stepstone, monster etc helfen.  Darüber hinaus sollte man das schwarze Brett im Haus der Niederlande hie und da unter die Lupe nehmen. Dort finden sich, auch in Bezug auf Praktika, manchmal interessante Aushänge. Außerdem lohnt es, stets in Kontakt mit Kommilitonen und auch dem Lehrpersonal des Zentrums in Verbindung zu bleiben. Auch hier können sich einem unverhofft Möglichkeiten eröffnen.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Neben den akademischen und fachlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, die man durch das Studium erlernt, sollte man an seinen sogenannten Softskills feilen. Dies betrifft Teamkompetenz, soziale und kommunikative Kompetenz, evtl. Führungskompetenz, etc. 



  • Annabelle Arntz
    Annabelle Arntz

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe in Münster und Nijmegen Niederlande-Deutschland Studien mit dem Schwerpunkt auf Literatur und Kultur, Kommunikationswissenschaft und Geschichte studiert. Außerdem habe ich in Münster den Magister mit dem Hauptfach Niederlandistik und den Nebenfächern Germanistik und Niederlande-Studien absolviert. Beide Studiengänge habe ich 2005 abgeschlossen.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich arbeite beim Duitsland Instituut Amsterdam (DIA) als Leiterin der Abteilung Presse-und Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Ich habe während meines Studiums als studentische Hilfskraft beim Zentrum für Niederlande-Studien gearbeitet und mehrere Praktika absolviert, um mich frühzeitig auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren. Unter anderem habe ich auch ein Praktikum beim DIA gemacht. Nach meinem Studienabschluss bin ich in die Niederlande umgezogen und habe mich dort auf Arbeitssuche begeben. In der Zeit wurde beim DIA eine Stelle ausgeschrieben, worauf ich mich beworben habe, angenommen wurde und seither mit viel Freude arbeite.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Hilfreich bei der Arbeitssuche in den Niederlanden sind unter anderem Zeitarbeitsfirmen. Es gibt einige, wie z.B. Ad Rem, die sich auf Akademiker spezialisiert haben. Zudem gibt es natürlich die Internetseiten mit Stellenangeboten von StepStone, die Nationale Vacaturebank, aber auch die Website der Tageszeitung De Volkskrant.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Wenn man schon weiß, dass man in den Niederlanden arbeiten möchte, sollte man auf jeden Fall viel Wert darauf legen gute mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse des Niederländischen zu erwerben. Außerdem ist ein Praktikum in den Niederlanden noch während des Studiums hilfreich, da man dann schon sehen kann, ob die Arbeit in einem niederländischen Umfeld einem zusagt und ob man sich auch vorstellen kann dort zu leben. Es lohnt sich sehr schon Praktika während des Studiums zu machen, aber auch ein Praktikum direkt nach dem Studium kann hilfreich sein, um bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt zu helfen. Hier bekommt man zumeist viele Kontakte, die später von Nutzen sein können. Beim DIA suchen wir auch regelmäßig Praktikanten. Die Voraussetzung ist allerdings immer sehr gutes Niederländisch.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    Die Zeit, die man während des Studiums in den Niederlanden verbringt, sollte man auch wirklich dort verbringen - auch das Wochenende -  und sich Land und Leute anschauen. Auch wenn man später nicht in den Niederlanden arbeiten möchte, ist diese Zeit die Gelegenheit, sich mit der anderen Kultur auseinander zu setzen.



  • Johanna Agci
    Johanna Agci

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe in Münster den Magister mit dem Hauptfach Niederlande-Studien und den Nebenfächern Politik und Geschichte absolviert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?
    Meine Wahl war ursprünglich eher Zufall. Politik und Geschichte haben mich schon immer interessiert und ich habe mich dann über mögliche Studienfächer informiert. Der Bezug zum Nachbarland Niederlande war für mich zunächst zwar interessant, aber nicht ausschlaggebend. Spannender fand ich den interdisziplinären Aufbau des Studiums, in dem ich Politik und Geschichte vereinen und darüber hinaus noch andere Fächer, wie Wirtschaft oder Kommunikation, lernen konnte.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Nach dem Studium habe ich als Beraterin in verschiedenen PR-Agenturen für große, internationale Unternehmen gearbeitet. Seit 2011 bin ich nun Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der SPD-Bundestagsfraktion. Meine Arbeit setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen: zum Beispiel der Redaktion der Homepage der SPD-Bundestagsfraktion  und vor allem dem Management von  großen Veranstaltungen.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Da ich gerne beruflich gerne in Deutschland bleiben wollte, habe ich vor allem in den großen Tageszeitungen, wie der Zeit und der Süddeutschen Zeitung, nach Stellen gesucht. Sehr empfehlen kann ich auch die Zeitschrift arbeitsmarkt des Wissenschaftsladens in Bonn, in der sich Stellenanzeigen speziell für Geisteswissenschaftler finden.
    So habe ich auch meine erste Stelle als Volontärin bei einer PR-Agentur in Süddeutschland gefunden.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Wie bereits gesagt, waren das für mich vor allem die Klassiker, die großen Tageszeitungen und der arbeitsmarkt. Meiner Meinung nach können auch die Kontakte, die andere Absolventen, Studierende oder auch das Zentrum für Niederlande-Studien haben, helfen. Jetzt im Berufsleben merke ich erst richtig, wie wichtig persönliche Kontakte sind und dass es immer hilfreich ist, wenn man seine Kontakte pflegt und Netzwerke aufrechterhält.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Man sollte zielstrebig sein und zugleich flexibel. Das heißt, dass man zwar wissen muss, was man will, aber gleichzeitig bereit sein sollte, sich auch mal auf einen kleinen Umweg einzulassen und sich dafür ein wenig von seinen Vorstellungen löst. Außerdem ist es immer gut Praktika zu machen, um herauszufinden, welche Arbeit und welche Inhalte einem liegen und welche nicht. Und es ist wichtig, Kontakte zu halten. Auch wenn das Studium abgeschlossen ist, sollte man seine Netzwerke pflegen, da man durch persönliche Kontakte häufig extra Informationen bekommt, wie beispielsweise Stellenangebote, die nicht öffentlich gemacht werden.

  • Yvonne Brockhaus
    Yvonne Brockhaus

    Deutsch-Niederländische Handelskammer, Den Haag & Deutsch-Amerikanische Handelskammer, New York

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich habe den Magisterstudiengang Niederlande-Studien mit den Nebenfächern Psychologie und Politikwissenschaften absolviert.


    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?
    Da ich im deutsch-niederländischen Grenzgebiet aufgewachsen bin, hatte ich großes Interesse an den Niederlanden. Den Studiengang hatte ich in erster Linie gewählt, um die Sprache zu erlernen. Nach einem Jahr an der Universität - so der Plan - wollte ich dann ins Fach Psychologie wechseln. Ich merkte allerdings schnell, dass mir neben der Sprache vor allem die Interdisziplinarität sehr zusagte und mir darüber hinaus viele Möglichkeiten eröffnete. Daher entschied ich mich, den Studiengang beizubehalten, und den Schwerpunkt Kommunikation zu wählen. Aus Interesse am Fach und um mir ein weiteres Standbein für die berufliche Laufbahn zu schaffen, konzentrierte ich mich zusätzlich auf die Psychologie.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich habe mich auf den Personalbereich spezialisiert und war hier in den letzten Jahren bei verschiedenen Auslandshandelskammern (AHKs) tätig. Diese setzen sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet ein und beraten deutsche Firmen beim Ausbau ihrer Geschäftsaktivitäten weltweit bzw. helfen auslaendischen Unternehmen beim Markteintritt in Deutschland. Hierbei ist meine fachkundige Personalrekrutierung von zweisprachigen Mitarbeitern, z. B. fuer Positionen im Vertrieb und Management, fuer diese Firmen ein wichtiger Erfolgsfaktor

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Natürlich gab es viele unterschiedliche Bereiche, in die man als Absolvent hätte gehen können. Ich hatte durch Praktika schon zwei Wunsch-Arbeitsfelder für mich heraus-gefiltert: Public Relations oder Personal, beides am liebsten in einer internationalen Umgebung. Bei meiner Stellensuche habe ich dann die Kontakte und Netzwerke genutzt, die ich mir über die Internetplattformen Xing und Linkedin – zum Teil bereits schon während meines Studiums- aufgebaut hatte. Darüber hinaus habe ich regelmäßig auf die Internetseiten einschlägiger niederländischer und deutscher Institutionen (Auswärtiges Amt, Botschaften, Handelskammern, Goethe-Institute, Euregios, MinBuza, EZ, etc.) geschaut. Dort werden nicht nur Stellenangebote, sondern oft auch interessante Veranstaltungen und Neuigkeiten, die Anregungen bei der Stellensuche geben könnten, veröffentlicht. Außerdem habe ich die Möglichkeit genutzt durch die Veröffentlichung meines persönliches Profils (inkl. Lebenslauf) bei der niederländischen Stellenbörse Monsterboard  potentielle Arbeitgeber auf mich aufmerksam zu machen.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Da fällt mir eine ganze Menge ein: Zum einen bin ich ein großer Fan von Networking-Plattformen wie Xing und Linkedin, weil man dort nicht nur wunderbar Netzwerke knüpfen und Kontakte pflegen, sondern auf dem sogenannten „Marketplace“ auch gezielt nach Stellen suchen kann. Außerdem findet man dort immer Ansprechpartner, z.B. Mitarbeiter von interessanten Arbeitgebern, die man zu ihrem Unternehmen und oft auch den Einstiegsmöglichkeiten befragen kann. Zum anderen kann ich jedem Berufseinsteiger die Zeitschrift Junge Karriere (Anm.: die Zeitschrift wurde 2009 leider eingestellt.) sowie das niederländische Wochenmagazin Intermediair ans Herz legen. Neben den üblichen Online-Stellenbörsen lohnt sich außerdem ein Blick auf die Stellenanzeigen der Deutsch-Niederländischen Handelskammer. Gerne können die Absolventen sich auch direkt an die Personalberatung der DNHK wenden, um an Firmen vermittelt zu werden, die zweisprachige Mitarbeiter suchen.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Für die Absolventen am Zentrum für Niederlande-Studien gibt es ein sehr weites und wenig explizites Berufsfeld. Deshalb halte ich es für ausgesprochen wichtig, dass die Studierenden sich bereits während ihrer Zeit an der Universität spezialisieren, ein persönliches, ganz individuelles Profil entwickeln und es verstehen sich selbst sowie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten selbstbewusst darzustellen. Außerdem sollte man versuchen, in Praktika mögliche Arbeitsbereiche und Branchen für sich zu entdecken und ganz nebenbei auch erste Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    Ich möchte Ihnen allen Mut machen: Es gibt viele Arbeitgeber, die Mitarbeiter mit Ihren landesspezifischen und sprachlichen Kenntnissen suchen. Seien Sie daher selbstbewusst, aber realistisch, und offen für Neues Denn womöglich ist die erste Stelle nach dem Studium noch nicht der Traumjob, dafür aber eine gute Möglichkeit, um sich in der Arbeitswelt zu orientieren und profilieren, Kontakte aufzubauen und einen „Fuß in die Tür“ zu bekommen. Weitere Schritte werden sich daraus nach und nach entwickeln.

    Das Interview stammt aus der Startphase auf dem Arbeitsmarkt, kurz nach dem Abschluss.

  • Alf Buddenberg
    Alf Buddenberg

    PR-Berater bei Mediamixx in Kleve

    Bezüglich der Studienmöglichkeiten am Zentrum für Niederlande-Studien kann ich als Absolvent des Diplomstudiengangs Niederlande-Deutschland-Studien rückblickend ein sehr positives Fazit ziehen: Die exzellente Ausstattung des Hauses der Niederlande sowie die persönliche Atmosphäre zwischen Studenten und Dozenten sorgen für ein optimales Studienumfeld. Es stellt einen attraktiven Gegenentwurf zum „Massenbetrieb“ dar, der an der Uni leider sonst eher die Regel ist.

    Auch inhaltlich überzeugt das Studium: Die Vermittlung von Sprachkenntnissen, der interdisziplinäre Ansatz sowie die internationale Perspektive sorgen für einen abwechslungsreichen Mix, der in dieser Form alles andere als alltäglich ist. Die vergleichsweise große Unbekanntheit des Studienganges habe ich nie als Nachteil empfunden – ganz im Gegenteil. Nach meiner Erfahrung beinhaltet sie sogar zahlreiche Chancen. Als Diplom-Regionalwissenschaftler gehört man automatisch zu einer kleinen (aber „feinen“) Gruppe, als deren Mitglied man sich auf dem Arbeitsmarkt schon zwangsläufig von Absolventen anderer Fachrichtungen abhebt.

    Zu meinem persönlichen Werdegang: Nach dem Ende des Studiums bildete für mich eine befristete Anstellung bei IHK Nord Westfalen im Bereich der Existenzgründungs-Beratung den Einstieg in das Berufsleben. Im Anschluss an die zwischenzeitliche Rückkehr als Wissenschaftliche Hilfskraft an das Zentrum für Niederlande-Studien führte mein Weg in die Medienbranche. Heute arbeitete ich als PR-Berater in der grenzüberschreitend tätigen Agentur Mediamixx – übrigens zusammen mit einigen ehemaligen Kommilitonen aus anderen Jahrgängen. Bei meiner jetzigen Tätigkeit kommen mir insbesondere meine während des Studiums erworbenen niederländischen Sprachkenntnisse zu Gute. Eine weitere in Studienzeiten gewonnene und im Arbeitsalltag gefragte Fähigkeit, ist die, sich schnell in wechselnde Themen einarbeiten zu können und flexibel zu denken.

  • Eva Eichenberg
    Eva Eichenberg

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich habe den Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Wirtschaft studiert. Im Sommer 2010 habe ich mein Studium mit meiner Abschlussarbeit zum Thema „E-Recruiting in Deutschland und den Niederlanden – Wandelt sich die Personalsuche“ abgeschlossen.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich arbeite bei der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg als Referentin für Handel, Verkehr und Bauleitplanung.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Durch meine Praktika während des Studiums wurde mein Interesse für eine Tätigkeit bei einer Industrie- und Handelskammer bereits geweckt. Ich absolvierte zwei Praktika bei der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (AHK) in Den Haag (Abteilungen: Absatzberatung & Mitgliedermarketing) und ein Praktikum bei der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Münster (Abteilung: Starthilfe und Unternehmensförderung).
    Nach meinem Abschluss habe ich mich auf das einjährige Traineeprogramm des Ausbildungsrings der deutschen Industrie- und Handelskammern beworben. Während dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit, sowohl die Arbeit bei IHKs als auch bei einer AHK und dem DIHK, noch intensiver kennen zu lernen.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Was ich jedem empfehlen kann, ist der Besuch auf einer Jobmesse. Hier erhält man einen guten Überblick, was für Absolventen angeboten wird und kann bereits erste (unverbindliche) Gespräche mit Personalverantwortlichen führen. Besonders geeignet scheint mir dafür der Absolventenkongress in Köln.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Praxis, Praxis, Praxis. Nur so stellt man selber fest, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. In einem Praktikum hängt aber auch viel davon ab, wie stark man sich selbst einbringt. Viel fragen, offen auf die Kollegen zugehen, mit Kunden sprechen und sich bei Projekten aktiv mit einbringen hilft dabei sehr.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    Nicht jedem Personalverantwortlichen in einem Unternehmen ist direkt klar, welche Qualifikationen die Studierenden der Niederlande-Deutschland Studien mitbringen. Daher ist es umso wichtiger sich frühzeitig zu spezialisieren und auch über den vorgegebenen Stundenplan hinaus Vorlesungen zu besuchen, die das Wissen vertiefen.

  • Karina Holtkamp
    Karina Holtkamp

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich habe den Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft“ studiert und mich im Laufe des Studiums durch weiterführende Vorlesungen und Seminare stärker mit dem Thema grenzüberschreitende Unternehmenskooperationen beschäftigt. Davon konnte ich in meiner Diplomarbeit zum Thema „Rahmenbedingungen deutsch-niederländischer Unternehmenskooperationen unter besonderer Berücksichtigung von Handwerkskooperationen in der Grenzregion“, die bereits im Waxmann-Verlag erschienen ist, besonders profitieren.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Direkt nach bzw. schon während meines Studiums konnte ich im EU-Referat der Kreishandwerkschaft Borken einsteigen. Dort arbeite ich im Projektteam, welches Unternehmen bei der Abwicklung von Auslandstätigkeiten unterstützt.  Beim Schritt ins Ausland entstehen häufig Fragen in Bezug auf Arbeitsgenehmigungen, Steuern, Rechtsgrundlagen, Fördermöglichkeiten, Finanzierung und Länderunterschiede. Durch Veranstaltungen, Workshops, Sprachkurse, Messebesuche und Beratungen bereiten wir die Unternehmen gezielt auf diese grenzüberschreitenden Geschäfte vor. Aufgrund der Grenznähe spielt die Markterschließung in den Niederlanden für deutsche Unternehmen eine große Rolle. Derzeit leiten wir das INTERREG-Projekt 2 connect Business mit dem Ziel deutsch-niederländische Unternehmenskooperationen aktiv zu stimulieren. Hierbei kommen mir natürlich die Kompetenzen aus dem binationalen Studiengang besonders zugute. Parallel bin ich seit dem Wintersemester 2009 als Dozentin für Wirtschaftsseminare am Zentrum für Niederlande-Studien in Münster tätig und kann meine Erfahrungen und Eindrücke aus der Praxis direkt in die Lehre transportieren.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Schon während des Studiums habe ich ein Praktikum im EU-Referat der Kreishandwerkerschaft Borken absolviert. Im Anschluss konnte ich dort meine Tätigkeit als studentische Hilfskraft fortsetzen und nach Abschluss des Studiums eine Vollzeitstelle antreten. Mein Praktikum hat mir somit nicht nur Impulse für die anstehende Diplomarbeit gegeben, sondern meinen beruflichen Werdegang maßgeblich geprägt. 

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Der interdisziplinäre Ansatz, der im binationalen Studiengang verfolgt wird, bietet viele Möglichkeiten. Allerdings ist es genau diese Vielfalt, die viele Studenten verunsichert. Daher ist es besonders wichtig, dass sich die Studierenden bereits im Studium spezialisieren, Fähigkeiten herausarbeiten und ein eigenes Profil entwickeln. Eine Abschlussarbeit im Unternehmen oder ein Praktikum kann dabei eine wertvolle Stütze sein. Erste Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern werden dadurch schon gelegt.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    In der heutigen Zeit ergeben sich durch Social Media und hier besonders durch Facebook, LinkedIn und Xing gute Möglichkeiten das berufliche Profil bekannt zu machen. Auf niederländischer Seite bietet sich besonders das Portal Monsterboard an. Es wird keine Stellenausschreibung mit der erworbenen Berufsbezeichnung geben, sodass es wichtig ist,  sich zu spezialisieren und die eigenen Stärken selbstbewusst zu präsentieren. Auch das Netzwerken ist für den Berufseinstieg eine große Hilfe. Die „deutsch-niederländische“ Welt ist klein und wenn man erst einmal einen „Fuß in der Tür“ hat, werden sich weitere Kontakte und Chancen nach und nach ergeben.

  • Katja van der Louw
    Katja van der Louw

    Apex Group of Companies in Goch/Niederrhein

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich habe den Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Kommunikationswissenschaften studiert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?
    Ich bin an der deutsch-niederländischen Grenze aufgewachsen und hatte dadurch schon immer relativ viel mit den Niederlanden zu tun. Zudem habe ich die Sprache auch auf der Schule gelernt und als 4. Fach im Abi gehabt. Ich konnte mir schon immer gut vorstellen, später auch beruflich am Niederrhein tätig zu werden und dazu passt ein Studium der vergleichenden Landeswissenschaften Niederlande/Deutschland sehr gut.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich bin im Bereich Marketing und Kommunikation für die Firma Apex Group of Companies tätig. A. G. o. C. ist ein weltweit tätiges, niederländisches Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Walzen für die Druckindustrie spezialisiert hat. Zu meinen Aufgaben gehören das Schreiben von Pressemitteilungen und Artikeln für Fachzeitungen, Übersetzungen in den Sprachen Deutsch, Englisch und Niederländisch sowie Vorbereitungen von Messen und den hauseigenen Seminaren, die regelmäßig in unserer Hauptverwaltung in den Niederlanden stattfinden. Zudem stehe ich täglich telefonisch und schriftlich mit Kunden, Presseleuten u. a. aus verschiedensten Ländern in Kontakt, wodurch ich meine Sprachkenntnisse immer wieder anwenden und vertiefen kann.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Zunächst habe ich diverse Praktika absolviert. Ich wollte gerne im kommunikativen Bereich arbeiten und dabei nach Möglichkeit viele Sprachen sprechen, war mir aber noch nicht sicher, wie das genau aussehen sollte. Über ein Praktikum beim Lokalradio „Antenne Niederrhein“ ging es weiter zur Unternehmenskommunikation der Westfälischen Provinzial Versicherung. Durch ein Angebot der Plinga GmbH in Berlin habe ich dann im Anschluss einen ziemlichen Sprung gemacht und bin kurzerhand nach Berlin gezogen. Dort war ich im Bereich Onlinegames für die niederländischen User zuständig, habe Foren betreut, Texte geschrieben und mir Spielideen mit ausgedacht. Parallel habe ich mich aber immer weiter nach einem „richtigen“ Job umgesehen, um nicht Gefahr zu laufen,  in die „Generation Praktikum“ abzurutschen. Auf die Stellenannonce der Apex Group of Companies bin ich dann eher zufällig gestoßen als ich die Schlagworte „Kommunikation“ und „Niederlande“ in eine Online-Jobbörse eingegeben habe. Wenige Wochen nachdem ich mich dort beworben habe, hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Seit November 2010 bin ich jetzt in der Firma beschäftigt.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Mir haben die einschlägigen Praktika- und Jobbörsen im Internet ganz gut geholfen. Das IfK in Münster hat auch eine gute Praktika-Datenbank, wenn es etwas im kommunikativen Bereich sein soll. Ich habe zum Ende meines Studiums ein Profil bei XING zugelegt, über das ich z. B. von der Plinga GmbH angeschrieben wurde. Es kann auch helfen, Unternehmen, bei denen man gerne arbeiten möchte, initiativ anzuschreiben.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Ich finde es wichtig, möglichst viele Praktika zu machen oder im Idealfall einen Nebenjob zu haben, der zu den eigenen Berufswünschen passt. Wenn man erst nach seinem Studium anfängt, „wie wild“ nach Praktika zu suchen, verliert man u. U. sehr viel Zeit. Es heißt ja immer, dass man als Student möglichst viel Berufserfahrung haben, gleichzeitig aber am besten unter der Regelstudienzeit fertig geworden sein soll. Das klappt natürlich eher selten, aber man kann sich selbst während des Studiums mit Praktika schon einmal gut weiterbringen und außerdem lernt man so, welcher Job vielleicht doch nicht der Richtige ist.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    Nicht aufgeben! Der Abschluss Dipl. Regionalwissenschaftler NL/D bietet sehr vielfältige Möglichkeiten. Man sollte auf jeden Fall auch abseits der bekannten Arbeitgeber suchen und bereit sein, sich auch auf zunächst nicht 100-prozentig passende Stellen zu bewerben.

  • Imke Senst
    Imke Senst

    Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand e.V.

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich habe in Münster und Nimwegen den Doppeldiplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien absolviert.

    Warum haben Sie den Studiengang gewählt?
    Eigentlich war es eher ein Zufall. Ich habe mich für Kulturwissenschaften interessiert und habe das Fach dann in einer Liste mit Studienfächern gefunden. Einen wirklichen Bezug zu den Niederlanden hatte ich zuvor nicht, aber das Fach klang einfach interessant.


    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich arbeite bei der Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand e.V. als Projektleiterin Radtourismus. Dort bin ich für die Vermarktung der Radwege, die Pflege unserer Internetportale und Social Media-Seiten, aber auch für unsere Print-Produkte zuständig. Außerdem bin ich die erste Ansprechpartnerin für unsere Kooperationspartner, z.B. Gemeinden, E-Bike-Verleiher oder Leistungsträger mit spezieller radtouristischer Ausrichtung. Darüber hinaus bin ich Projektleiterin im Bereich Wohnmobiltourismus und bereite Marketingmaßnahmen für die Niederlande vor, die wir ab 2014 als unseren ersten und (bisher) einzigen Auslandsmarkt erschließen wollen.


    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Nach meinem Abschluss bin ich erst einmal fünf Monate nach Frankreich gegangen. Nach meiner Rückkehr habe ich eine Weiterbildung zur Fachreferentin für Kulturtourismus und Kulturmarketing (Regialog) gemacht. Aus dieser Weiterbildung heraus habe ich eine Stelle als Stadtmanagerin in Oberwesel gefunden. Diese Stelle hatte ich ganz einfach in der Zeitung gefunden. Leider war diese Stelle befristet, so dass ich seit einer Weile weiter nach Stellen gesucht habe, vor allem im Internet in touristischen und kulturellen Foren. So habe ich auch meine heutige Stelle gefunden.


    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Ich kenne vor allem Quellen aus dem touristischen und kulturellen Bereich, da mich dieser immer interessiert hat und mir z.B. die Stellenanzeigen in den gängigen überregionalen Zeitungen oft zu allgemein waren. Wer im touristischen Bereich sucht, sollte das FVW-Magazin kennen. Außerdem gibt es noch die Internetportale vertikult und das Kulturmanagement Network. Diese haben zwar alle keinen konkreten Bezug zu den Niederlanden, wie ich aber bei meiner jetzigen Stelle gemerkt habe, haben mir meine Niederländisch- und Niederlande-Kenntnisse tatsächlich Pluspunkte im Bewerbungsverfahren gebracht (obwohl diese im Stellenprofil eigentlich gar nicht abgefragt wurden).

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Das hängt davon ab, in welchen Bereich man möchte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man vieles erst direkt im Beruf lernt. Bei mir waren es z. B. die klassischen Bürotätigkeiten (professionelle Ablage, Wiedervorlage,…).


    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    Es ist wichtig, seinen Interessen zu folgen. Man sollte aber auch bereit sein, am Anfang eine Stelle anzunehmen, die vielleicht noch nicht hundertprozentig zu den eigenen Interessen passt. Auch dort sammelt man Erfahrungen, die einem dann bei einer anderen Stelle wieder helfen werden.

  • Agnes Sieland
    Agnes Sieland

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich habe den 2-Fach-Bachelor in den Fächern Niederlande-Deutschland-Studien und Niederlandistik absolviert.

    Warum haben Sie den Studiengang gewählt?
    Ich hatte mein Studium mit den beiden Fächern Niederlandistik und Chemie begonnen und bin dann zu den Niederlande-Deutschland-Studien gewechselt. Ich hatte gemerkt, dass mir gesellschafts- und geisteswissenschaftliche Fächer liegen und die Beschäftigung mit den Niederlanden faszinierte mich. Außerdem hatte ich nur Positives von Kommilitonen gehört, die ebenfalls diese beiden Fächer studierten. Mir gefiel der interdisziplinäre und interkulturelle Aufbau des Studiums, in dem man selbst Schwerpunkte setzen kann.


    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich mache ein Volontariat in der Redaktion bei border concepts  in Gronau. Zum Großteil mache ich dort klassische Redaktionsarbeit, schreibe Texte, kümmere mich um den Newsdienst unserer Website und das Lektorat. Außerdem betreue ich unsere Social Media inhaltlich, gebe Workshops und habe auch die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten und mir z.B. neue Kampagnen zu überlegen.


    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Ich habe mich bereits während meines Studiums umgesehen und als Hilfskraft beim NiederlandeNet gearbeitet  sowie ein Praktikum in einer PR-Agentur absolviert. Dadurch wusste ich schon vor dem Abschluss, in welche Richtung ich ungefähr möchte. Nach dem Studium habe ich außerdem noch ein Praktikum in einem Lektorat gemacht, nebenbei als Übersetzerin gearbeitet und war freie Mitarbeiterin für eine Kommunikationsagentur in Münster.
    Bei der Stellensuche war mir sicherlich die Homepage des Zentrums für Niederlande-Studien eine große Hilfe, da ich dort durch die Interviews mit den Absolventen ein paar Anregungen bekommen habe. Gesucht habe ich dann vor allem in Online–Jobportalen. Meine derzeitige Stelle habe ich sogar über eine einfache Google-Suche gefunden.


    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Ein wichtiger Ansprechpartner ist sicherlich der Career Service der WWU. Außerdem ist es wichtig, den Kontakt zu den anderen Absolventen zu  halten, da man auch so manchmal von Stellenangeboten hört.  Auch die Dozenten im Haus können einem helfen. So habe ich auch meinen Nebenjob als Übersetzerin gefunden. Und schließlich ist auch das Schwarze Brett ein guter Anlaufpunkt. An Unternehmen, die dort einen Praktikanten suchen, kann man  beispielsweise eine Initiativbewerbung schicken.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Zum einen sind dies die Soft Skills, die man als Geisteswissenschaftler oft schon ganz automatisch im Studium erwirbt. Dennoch sollte man auch selbst darauf achten und sich aktiv darum bemühen. So sollten Studierende vor allem an  ihren Präsentationsfertigkeiten arbeiten und diese trainieren, da man sich selbst ja auch später bei einer Bewerbung gut präsentieren können muss. Zum anderen muss man seinen eigenen Schwerpunkt finden. Man merkt ja schon in den verschiedenen Kursen, welche Bereiche einem liegen und was einem gefällt.
    Darüber hinaus kann man sich auch einfach generell weiterbilden: Man kann seine PC-Kenntnisse vertiefen, z.B. durch Weiterbildungskurse am Zentrum für Informationsverarbeitung der WWU. Und man kann Kurse zum Thema Bewerbungen besuchen.


    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    Sammelt schon während des Studiums so viele berufliche Erfahrungen wie möglich. Das kann man durch Weiterbildungen und Praktika, aber auch durch Nebenjobs. Bei einem Nebenjob sollte man sich ruhig schon einmal eine Stelle aussuchen, die auch etwas mit einem möglichen Berufsziel zu tun hat.

  • Rob Maat
    Rob Maat

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?
    Ich habe den Diplomstudiengang Niederlande-Deutschland-Studien mit dem Schwerpunkt Politikwissenschaften studiert. Angefangen habe ich in Nimwegen, den größten Teil meiner Studienzeit habe ich aber in Münster verbracht.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?
    Ich bin zweisprachig in der Nähe des deutsch-niederländischen Grenzgebietes aufgewachsen und konnte somit schon früh meine Erfahrungen im binationalen Umfeld sammeln. Als ich in den 90er Jahren von den Ergebnissen der Clingendael-Studie hörte, die das vorherrschende negative Deutschlandbild niederländischer Jugendlicher bestätigte, entwickelte sich bei mir der Wunsch, einen Beitrag zur Verbesserung der deutsch-niederländischen Beziehungen zu liefern. Bei einem Tag der offenen Tür an der Universität in Nimwegen erfuhr ich dann von dem binationalen Studiengang „Niederlande-Deutschland-Studien“. Die Möglichkeit, Einblicke in verschiedenste wirtschaftliche, kulturelle und politische Fachgebiete beider Länder zu bekommen, hat mich damals überzeugt.


    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?
    Ich arbeite als Manager an der Fontys International Business School in Venlo, wo ich verantwortlich bin für die Förderung der gesamten Internationalisierung und Euregionalisierung der Business School. Hauptsächlich befasse ich mich mit der Erstellung von Internationalisierungs- und Euregionalisierungspolitik der Business School wobei folgende Entwicklungsschwerpunkte gesetzt sind: Curriculum, Dozenten, Studenten, Services und Image. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung und den Studiengangsleitern stimme ich die Internationalisierungs- und Euregionalisierungspolitik ab um diese dann effektiv an der Business School um zu setzen

    Die grenznahe Lage der Fachhochschule hat in den letzten Jahren für einen gewaltigen Zustrom deutscher Studenten gesorgt. Ein deutsch-niederländisches Arbeitsumfeld ist hiermit nach wie vor gewährleistet.


    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?
    Bereits während meines Studiums wurde mir im Anschluss an ein Praktikum bei der Wirtschaftsabteilung des Generalkonsulats des Königreichs der Niederlande in Düsseldorf eine Stelle im Bereich des binationalen Projektmanagements angeboten. Einerseits dauerte mein Studium so zwar länger als ursprünglich geplant, aber andererseits konnte ich neben meiner Diplomarbeit erste Arbeitsluft „schnuppern“ und mir ein Netzwerk aufbauen, das mir bei meiner späteren Stellensuche von großem Nutzen war: Mit Hilfe meiner vielfältigen Kontakte fand ich nach meinem Abschluss am Zentrum für Niederlande-Studien schnell eine Stelle bei der Euregionalen Gründerinitiative der Euregio Rhein-Maas-Nord. Dort konnte ich mein Netzwerk weiter ausbauen. Auch heute lege ich weiterhin großen Wert auf Kontaktpflege.


    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?
    Experten werden die Absolventen im Laufe ihres Studiums selbst. In den Seminaren lernen sie, welche Institutionen und Einrichtungen es auf beiden Seiten der Grenze gibt und auf welche interkulturellen Besonderheiten sie zu achten haben. Dieses Wissen sollte man beim Berufseinstieg nutzen. Eine regelmäßige Recherche auf den Internetseiten der jeweiligen Organisationen kann sehr hilfreich sein. Welche neuen Projekte hat die Euregio? Welche Neuigkeiten veröffentlichen die Botschaften in Den Haag und Berlin? Welche Ansprechpartner finde ich auf der Webseite des Generalkonsulats? Wer sich hiermit auseinandersetzt, Kontakt zu den einzelnen Instanzen aufnimmt und sie überzeugen kann von seinen binationalen Kompetenzen, macht meiner Meinung nach den ersten wichtigen Schritt in Richtung Arbeitsmarkt.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?
    Kommunikations- und Kontaktfreude sind essentiell für ein erfolgreiches Berufsleben. Die Absolventen sollten sich damit frühzeitig auseinandersetzen und an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten. Außerdem ist es unglaublich wichtig, die Kenntnisse, die sie während ihres Studiums erwerben, auch in die Praxis umzusetzen. Dafür eignen sich natürlich am besten Praktika, bei denen jeder lernen kann, wo seine Stärken sowie mögliche Arbeitschancen liegen.


    Und noch ein ganz persönlicher Ratschlag…
    Da Sie durch den interdisziplinären Studiengang mit einem breiten Berufsfeld konfrontiert sind, ist es wichtig, dass Sie ein eigenes Profil und Persönlichkeit haben. Dies kann man dem potentiellen Arbeitgeber am besten bereits im Bewerbungsschreiben deutlich machen und somit einen positiven, einzigartigen Eindruck hinterlassen. Und noch ein kleiner Tipp für die deutschen Absolventen: Beim ersten Bewerbungsgespräch in den Niederlanden besser nicht über Fußball sprechen…

  • Kerstin Kontny
    Kerstin Kontny

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den binationalen Master Niederlande-Deutschland-Studien absolviert. Das heißt, ich habe zunächst ein Jahr in Nijmegen und anschließend in Münster studiert, mit einer Gruppe von niederländischen und deutschen Studierenden. Auch unsere Dozenten kamen von beiden Unis, die Lehrveranstaltungen waren auf beiden Sprachen.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Ich habe mich schon während meines Bachelors Europäische Studien in Osnabrück zunehmend für die Niederlande und die grenzüberschreitende deutsch-niederländische Zusammenarbeit interessiert. Ich wollte gerne einen Master machen, der mein Wissen diesbezüglich vertieft. Da passte dieser Master einfach. Vor allem die Tatsache, dass ein Jahr in den Niederlanden stattfindet, hat mich angesprochen. Und auch, dass man mit Studierenden und Dozenten aus beiden Ländern zu tun hat, fand ich toll. So lernt man auch kulturelle Unterschiede viel besser kennen.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich mache jetzt ein Volontariat im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der IHK für Ostfriesland und Papenburg. Neben diesem Schwerpunkt beschäftige ich mich bei der IHK auch mit der Zusammenarbeit mit den Niederlanden. Das bedeutet konkret: Ich beschäftige mich im Bereich der Kommunikation mit den Niederlanden, schreibe über deutsch-niederländische Projekte und Entwicklungen, nehme an grenzüberschreitenden Veranstaltungen teil, bin an der Erstellung eines niederländischen Internetauftritts beteiligt etc.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Bereits während ich meine Masterarbeit geschrieben habe, habe ich mich über Stellen informiert, die mich interessieren könnten. Ich habe dabei kaum klassische Suchmaschinen zu Rate gezogen oder Anzeigen studiert, da ich nicht den Eindruck hatte, dort Stellen zu finden, die auf mich und mein Profil zugeschnitten sind. Ich habe mir vielmehr Gedanken darüber gemacht, was ich will, wo ich gerne arbeiten möchte und regelmäßig eine Reihe von Organisationen nach freien Stellen abgeklappert. Das waren zwar nicht viele, aber doch solche, die mich dann interessiert haben. Außerdem habe ich eine Reihe von Leuten kontaktiert, die ich von Praktika oder Nebenjobs kannte, und sie gefragt, ob sie nicht was wüssten oder jemanden kennen würden. Klassische Netzwerkarbeit also. So habe ich meinen Lebenslauf ein wenig verbreitet.

    Die Stelle, die ich nun habe, habe ich allerdings klassischerweise über eine Stellenausschreibung gefunden. Die IHK hatte das Volontariat auf ihrer Internetseite ausgeschrieben.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Eine gute Adresse ist hier sicherlich der Career Service. Aber auch Absolventen und Dozenten können einem beim Berufseinstieg behilflich sein. Vor allem aber sollte man Kontakte nutzen, die man beispielsweise über Praktika aufgebaut hat.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Hier spielen natürlich die viel erwähnten Softskills eine Rolle. Aber auch der Umgang mit bestimmten Computerprogrammen kann helfen und einen entscheidenden Vorteil bieten. Man muss aber nicht alles können, auch während des Berufslebens gehört das Lernen dazu. Allerdings sollte man offen für Neues sein und sich die Fähigkeit aneignen, sich schnell und am besten selbständig in neue Themen einarbeiten zu können.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Habt keine Angst davor, Leute anzusprechen. Jeder hat einmal klein angefangen. Und die meisten sind bereit zu helfen. Ich habe mir im Laufe der Jahre ein Netzwerk aufgebaut, was mir sehr weiterhilft. Wie schon mein Opa sagte: Beziehungen schaden nur dem, der keine hat!

  • Petra Schulze-Göcking
    Petra Schulze-Göcking

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den 1-Fach Bachelor Niederlande-Deutschland-Studien absolviert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Ich bin nicht direkt von der Schulbank ins Studium gestartet, sondern hatte zuvor eine Ausbildung als Verlagskauffrau absolviert und einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Meine Praxiskenntnisse aus den Bereichen Medien und Marketing wollte ich gerne professionalisieren, gleichzeitig interessierte ich mich schon immer für Politik und Sozialwissenschaften. Ehrlich gesagt sah ich das Studium auch einfach als Chance, mich noch einmal in verschiedenen Disziplinen auszuprobieren und persönlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt erschien mir der Bezug zu den Niederlanden spannend: ich selbst bin in der Nähe zur niederländisch-deutschen Grenze aufgewachsen und  fand den Gedanken reizvoll, Niederländisch als neue Fremdsprache zu erlernen.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich bin als PR-Beraterin in der niederländisch-deutschen Kommunikationsagentur mediamixx in Kleve tätig. Unser binationales  Team ist spezialisiert auf „cross border communication“ – grenzüberschreitende Kommunikation. Ich selbst bin – gemeinsam mit meiner Kollegin – vor allem für Kunden aus den Bereichen Tourismus, Kultur, Wellness und Food im Einsatz. Wir beraten zum Beispiel, wenn es um Kommunikationsmaßnahmen rund um eine Ausstellungseröffnung geht, entwickeln Kommunikationsstrategien, schreiben Pressemitteilungen, betreuen Social Media-Auftritte, organisieren Events und halten den Kontakt zu Medienvertretern, ob telefonisch, per E-Mail oder bei Veranstaltungen vor Ort.  Eine spannende Herausforderung ist außerdem die Kommunikation mit Bloggern und Youtubern, die als Multiplikatoren eine immer wichtigere Rolle spielen und sich von Journalisten grundlegend unterscheiden.

    Diese Vielfalt an Themen und Tätigkeiten, sowie die Tatsache, dass sich die Kommunikationsbranche durch neue Medientrends immer wieder wandelt, finde ich spannend. Gleichzeitig werde ich auf diese Weise immer wieder dazu herausgefordert, flexibel auf die unterschiedlichsten Kundenwünsche zu reagieren, zwischen Auftraggebern und Medienvertretern zu vermitteln und dabei einen kühlen Kopf zu bewahren.

    Gelassenheit und Diplomatie sind in diesem Job sicher wertvolle Eigenschaften. Kreativität und Freude am Umgang mit unterschiedlichsten Menschen ebenfalls.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Aufgrund einiger Praktika in Redaktionen und in der Öffentlichkeitsarbeit wusste ich, dass ich in meinem künftigen Beruf vor allem eines will: schreiben und kreative Ideen entwickeln. Daher schaute ich mich in einschlägigen Online-Jobbörsen um, zum Beispiel auf newsroom.de oder pressesprecher.com. Für Stellen in der Verlagsbranche ist außerdem das Jobportal des Börsenvereins unter boersenverein.de interessant. Spezifische Angebote im grenzüberschreitenden Kontext sind hingegen auf der Website der DNHK und unter aha24x7.com zu finden. Einen umfassenden Überblick über den Stellenmarkt für Geistes- und Sozialwissenschaftler gibt außerdem die Zeitschrift Arbeitsmarkt des Wissenschaftsladens Bonn. Auf meine jetzige Stelle bin ich jedoch auf ganz anderem Wege, und zwar via Facebook, aufmerksam geworden.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Neben den bereits genannten Informationsquellen kann das persönliche Gespräch mit den Dozenten sicher hilfreich und inspirierend sein, genauso wie der Kontakt zu den Kollegen und Vorgesetzten im Praktikum oder im Nebenjob. Ebenfalls können die Beratungsangebote des Career Service eine gute Orientierung bieten. Ich persönlich habe auch von den Veranstaltungen des Zentrums immer viel mitgenommen. Ich fand es ermutigend zu sehen, wie vielfältig die Biografien mit diesem Studium sein können.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Um erst einmal zu erkennen, wo die eigenen Fähigkeiten liegen, ist Praxiserfahrung besonders wichtig. So war es zumindest in meinem Fall: erst durch meine Praktika und Nebenjobs habe ich festgestellt, was ich kann und wohin ich will. Super ist natürlich, wenn der Nebenjob nicht nur Geld bringt, sondern auch schon eine gute Vorbereitung für den späteren Beruf darstellt. Ich persönlich habe während des Studiums in einem Call Center gejobbt und darüber hinaus auf Honorarbasis für einige Medien geschrieben. Das war toll, weil ich dabei meine Zeit frei einteilen und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen für meinen späteren Beruf sammeln konnte.

    Ansonsten bietet das Studium selbst einige Möglichkeiten, sich Schlüsselqualifikationen anzueignen, die in vielen Berufen gefragt sind: Präsentations- und Recherchetechniken etwa, interkulturelle Kompetenzen  oder die Fähigkeit, disziplinübergreifend und kritisch zu denken.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Ich bin keine Berufsberaterin und kann natürlich nur aus eigener Erfahrung berichten. Ich denke, dass es wichtig ist, sich während der Berufsorientierung und Stellensuche nicht verrückt machen zu lassen. Nur weil eine Stelle krisensicher ist, muss es nicht die Richtige sein, und nur, weil ein Job hohes Einkommen und Ansehen verspricht, ebenso wenig. Da sollte man auf sein Bauchgefühl und nicht so sehr auf die Ratschläge anderer Leute hören. Und, ganz wichtig: Genießt zwischen all den Prüfungen und Praktika auch einfach mal das Studentenleben!

  • Melanie Offermanns
    Melanie Offermanns

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den 1-Fach Bachelor Niederlande-Deutschland-Studien absolviert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang absolviert?

    Meine Begeisterung für das flache Land und die niederländische Sprache hat mich an die Universität Münster gebracht, um dort Niederlande-Deutschland-Studien zu studieren. Die Affinität zur Niederlande rührte aus Schulzeiten: Die niederländische Sprache war eines meiner Abiturfächer. Der Studiengang bot mir die Möglichkeit, meine bisherigen Sprachfähigkeiten zu perfektionieren und neue Kenntnisse zu gewinnen.

    Wo und in welchem Tätigkeitsberuf arbeiten Sie?

    Ich arbeite als Referentin in der Vorstandsstabsstelle Unternehmenskommunikation der Uniklinik RWTH Aachen. Als Redakteurin bin ich neben der Pflege des Internet- und Intranetauftritts, unter anderem für die Erstellung von Pressetexten für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen, Konzepten, Kommunikationsmaßnahmen und die Begleitung von Dreh- und Filmaufnahmen und Produktion von Medizin für die interne und externe Kommunikation verantwortlich.

    Wie haben Sie die Berufsauswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Im Laufe meines Studiums hat sich glücklicherweise ziemlich schnell herauskristallisiert, dass ich später im Bereich (Unternehmens-)Kommunikation arbeiten möchte, sodass ich gezielt nach einem passenden Praktikumsplatz suchen konnte, um mein Studienwissen mit praktischen Erfahrungen aufzuladen, die für meinen weiteren Berufsweg wertvoll sein würden. An meine Praktikumsstelle gelang ich, fast schon klassisch, über eine Online-Recherche - wobei es auch immer helfen kann, zu schauen, was das ZNS anbietet (z.B. aktuelle Forschungsprojekte mit Praxisbezug oder Angebote für die Praktikumssuche etc.). Mein Praxissemester habe ich dann an der Uniklinik RWTH Aachen in der Unternehmenskommunikation absolviert. Nach Beendigung meines Praktikums wurde mir dort unerwartet ein zeitlich begrenzter Minijob angeboten. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um meine Fähigkeiten offensiv zu verkaufen. Dies machte sich bezahlt, als ich dort anschließend eine Vollzeitstelle antreten durfte. Bei mir haben Glück und Schicksal eine große Rolle gespielt. Es hängt aber auch viel davon ab, wie stark man sich selbst einbringt.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Der stetige Kontakt und die persönlichen Gespräche mit Dozenten aus dem Haus der Niederlande haben mich ermutigt, mich auch auf Stellen zu bewerben, die im ersten Blick vermeintlich chancenlos erscheinen. In erster Linie habe ich mich durch Online-Recherche auf attraktive Stellenausschreibungen konzentriert. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, sich durch Praktika oder Nebenjobs ein Netzwerk von relevanten Kontakten aufzubauen, das der beruflichen Karriere nützen und die Berufsaussichten verbessern kann.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass die Studenten ein persönliches Profil entwickeln und lernen, sich selbstbewusst zu präsentieren. Soft- und Business-Skills, wie interkulturelle Kompetenzen, sichere Kommunikationsfähigkeit und Präsentationsstärke, aber auch Teamfähigkeit und Zeitmanagement spielen eine unerlässliche Rolle im Berufsleben, die durch Praktika und Nebenjobs gewonnen und erlernt werden können.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Nutzen Sie Praktika gezielt, um Kontakte in verschiedene Unternehmen Ihrer Zielbranche zu knüpfen. Versuchen Sie damit nicht nur freie Zeit zu füllen, sondern weitestgehend Verantwortung zu übernehmen. Am Anfang war ich selber unsicher: Kann ich mit dem Bachelor wirklich schon ins Berufsleben starten? Jetzt, nach eigener Erfahrung, assoziiere ich mit dem Begriff Praktikum vor allem eine große Chance, seinen Karriereweg einzuschlagen. Durch den direkten Berufseinstieg und die damit verbundene praktische Erfahrung erschließen sich neue Karriere- und Berufsoptionen, die man bis dato möglicherweise noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Es ist gut, schon mal bei einem Unternehmen den Fuß in der Tür zu haben.

  • Mona Scheele
    Mona Scheele

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Ich habe den 1-Fach Bachelor Niederlande-Deutschland-Studien absolviert.

    Warum haben Sie diesen Studiengang absolviert?

    Ich wusste schon während meiner Schulzeit, dass mein Studium einen kommunikationswissenschaftlichen Schwerpunkt haben sollte. Da ich aber auch sehr gerne neue Kulturen und Sprachen kennen lerne, hat der multidisziplinäre Studiengang schnell mein Interesse geweckt.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Ich bin Mitarbeiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Firma WEICON, einem international ausgerichteten Industrieunternehmen mit Hauptsitz in Münster. Zu meinen Aufgaben zählen das Verfassen von Pressemitteilungen, internen Meldungen, die Pflege von Pressekontakten sowie unseren Social Media Kanälen. Neben dem textlichen Content, wirke ich auch an Videos für diese Kanäle mit.

    Wie haben Sie die Berufsauswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Da ich mir bereits vor meinem Studium darüber bewusst war, in welche Richtung ich gehen würde, konnte ich auch gezielt nach einem Praktikumsplatz im Bereich der Unternehmenskommunikation suchen. Das Praktikum war meiner Meinung nach sehr entscheidend für meine berufliche Laufbahn. Ich absolvierte zunächst ein freiwilliges Praktikum im Bereich Standort- und Produktmarketing bei der GEA Group, einem Maschinenbaukonzern. Es folgte das Pflichtpraktikum und meine Bachelorarbeit im Unternehmen mit dem Schwerpunkt der internen Kommunikation. Nach meinem Abschluss blieb ich dort noch ein halbes Jahr, bis ich dann nahtlos zu meiner jetzigen Stelle wechselte.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Natürlich sind die Dozenten am Zentrum für Niederlande-Studien ein wichtiger Ansprechpartner gewesen. Aber man sollte sich auch selbst auf die Suche begeben und beispielsweise im Internet nach Stellen recherchieren. Oft ergibt sich natürlich auch etwas über Bekannte. Jemand kennt jemanden, der jemanden für die und die Stelle sucht… Aber darauf sollte man sich natürlich nicht verlassen. Dennoch sind Kontakte das A und O. Diese können natürlich gut während eines Praktikums geknüpft werden.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Ich denke das wichtigste ist Zielstrebigkeit und die Beantwortung der Frage „Wo will ich eigentlich hin?“ Man sollte sich im Laufe des Studiums darüber bewusst werden, dass man nicht bloß studiert um zu studieren, sondern ein Ziel vor Augen haben. Wichtig ist auch, dass man selbstsicher und souverän auftritt. Nutzen Sie beispielsweise Ihre eigenen Referate in den Seminaren zum Üben von guten Vorträgen.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Ich kann an dieser Stelle nur noch einmal betonen, dass man bereits während des Studiums  in verschiedenen Praktika Berufserfahrung sammeln sollte. Auch wenn man noch nicht genau weiß, in welche Richtung man später gehen möchte, der Eindruck von unterschiedlichen Unternehmen und Branchen kann sehr behilflich bei der späteren Berufswahl sein.

  • Cornelius van Vugt
    Cornelius van Vugt

    Welchen Studiengang haben Sie absolviert?

    Den 1-Fach-Bachelorstudiengang „Niederlande-Deutschland-Studien“ am Zentrum für Niederlande-Studien.

    Warum haben Sie diesen Studiengang gewählt?

    Für mich war es schon immer klar, dass ich „irgendwas mit Niederländisch“ studieren möchte. Als Kind bin ich auch mit dem Niederländischen aufgewachsen – allerdings nicht konsequent zweisprachig, weil ich eben in Deutschland im Kindergarten, in der Schule und auf dem Gymnasium war und nur meine Mutter mit mir Niederländisch gesprochen hat. Als Jugendlicher habe ich mich lange unvollständig gefühlt und nach einem Weg gesucht, meine „niederländische Seite“ zu komplettieren. Daher der Wunsch, dass ein Studium in irgendeiner Form mit dem Niederländischen zu tun haben sollte.

    Weil bereits drei Generationen meiner Familie vor mir an der WWU Münster studiert hatten und die Uni zu den renommierten Lehrstätten des Niederländischen gehört, habe ich mich über die Studienmöglichkeiten informiert und bin dann bei meinem Studiengang hängengeblieben. Es klang interessant, neben der Sprache auch die Kultur und Gesellschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Genau das Richtige, um ein „ganzer halber Niederländer“ zu werden.

    Wo und in welchem Tätigkeitsbereich arbeiten Sie?

    Momentan arbeite ich beim Landratsamt Hohenlohekreis als Flüchtlingsbeauftragter und bin in dieser Position für die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe tätig.

    Wie haben Sie die Berufswahl und Stellensuche nach Ihrem Abschluss gestaltet?

    Nachdem ich seit der Gymnasialzeit bis zum Studienende mehrmals für längere Zeit im europäischen Ausland gewesen bin, stand für mich fest, dass ich vorerst in meiner süddeutschen Heimat Hohenlohe leben und arbeiten möchte. Der Studiengang sieht u. a. ein Praktikum vor, das ich bei einem regionalen Tourismusverband in Süddeutschland absolviert habe. In meiner Abschlussarbeit griff ich ebenfalls das Thema „Tourismus“ auf und habe dann direkt nach Ende des sechsten Semesters bei der Touristikgemeinschaft Hohenlohe e. V. angefangen, die bei uns dem Landratsamt angegliedert ist. Im Rahmen dessen habe ich u. a. unsere Region auf der Vakantiebeurs in Utrecht repräsentiert. Weil diese Stelle von vornherein auf ein halbes Jahr befristet war, habe ich mich intern weiterbeworben und bin so zu meiner jetzigen Position gekommen.

    Können Sie ggf. Ansprechpartner, Experten oder Informationsquellen nennen, die den Absolventen bei ihrem Berufseinstieg hilfreich sein könnten?

    Über das persönliche Netzwerk kann man viele Informationen einholen und auch streuen. Wenn im Bekanntenkreis bereits jemand  in dem gewünschten Berufsfeld arbeitet oder jemanden kennt, der dort arbeitet, lohnt es sich, sich über den Arbeitsalltag zu informieren.

    Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sollten sich die Studierenden der Niederlande-Deutschland-Studien Ihrer Meinung nach bereits während des Studiums aneignen, um beruflich erfolgreich sein zu können?

    Für den öffentlichen Dienst muss man Kontaktfreudigkeit und Kommunikationsfähigkeit mitbringen, aber auch die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen und sich in verschiedene Themenbereiche einarbeiten können. Der 1-Fach-Bachelor „Niederlande-Deutschland-Studien“ lehrt genau das am Beispiel zweier Länder. Es lohnt sich also, sich nicht nur auf das Fachwissen zu konzentrieren, sondern auch ständig die eigene Methode und Arbeit zu reflektieren, sich mit den Mitstudierenden auszutauschen und auch an fachfremden Veranstaltungen teilzunehmen. In meinem ersten Beschäftigungsverhältnis bei der Touristikgemeinschaft Hohenlohe kam mir klar mein Niederlande-Fachwissen zugute, aber in meiner jetzigen Arbeit nutze ich v. a. die im Studium gelernten Methoden, um mir neue Inhalte anzueignen oder auch im interkulturellen Umfeld, mit Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern, zu interagieren.

    Noch ein ganz persönlicher Ratschlag…

    Man muss in diesem Studiengang nicht zwingend von Beginn an wissen, welchen Beruf man später ausüben will. Während des Studiums entdeckt man immer wieder neue Möglichkeiten, weil man auf nicht nur seinen Interessen nachgehen kann, sondern auch zu Themen verpflichtet wird, die man sich freiwillig wohl nie angeschaut hätte, die einen am Ende aber doch begeistern. Nutzt also die Themenvielfalt und das Praktikum, um später fundiert entscheiden zu können, wie es weitergeht.